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CORONA VIRUS

Zu aller erst: Abonnieren Sie sich die Podcasts von Prof. Christian Drosten von der Charité in Berlin - sie sind gut verständlich und wissenschaftlich profund hinterlegt.

Unter einem Link der Anstalt NRD können Sie gratis ein Abonnement starten. Wollen Sie die transskribierten Podcasts lesen, finden Sie sie hier.

John Lennon: «Life is what happens to you while you’re busy making other plans»

Sars Covid 19 - so heisst die Krankheit, die derzeit als Pandemie grassiert

Wenn Sie unter grippalen Symptomen leiden und einen Arzt brauchen, nehmen Sie telefonischen Kontakt zu Ihrem Hausarzt auf. Gehen Sie auf keinen Fall ohne telefonische Anmeldung spontan direkt in die Praxis Ihres Arztes oder in die Notfallstation eines Spitals, sondern folgen Sie den Ratschlägen Ihres Arztes oder allenfalls denen der Notfallzentrale Ihrer Region, zB im Kanton Solothurn wählen Sie

die Telefonnummer 0848 112 112

Waren Sie im Kontakt mit einem SARS CoV-2 infizierten Menschen? Teilen Sie dies Ihrem beratenden Arzt mit. Risikogebiete werden seit 9.3.2020 nicht mehr herangezogen für die Riskoeinschätzung oder für die Virustestindikation, da das neue Virus sich weltweit ausgebreitet hat und also überall lauert.

Es können im Rahmen einer Infektion mit dem neuen Coronavirus, SARS CoV-2, folgende Symptome auftreten:

Fieber, Husten, Atemnot

Bei manchen Patienten traten ebenfalls auf:

Schnupfen (selten), Uebelkeit und Durchfall, Müdigkeit, Halsschmerzen, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen (selten).

Neu beschrieben: Es kann selten auch als frühes Symptom eine Geruchs- und Geschmackstörung auftreten. Diese tritt früh im Verlauf auf und ist passagère, heisst: vorübergehend.

Die Krankheit kann wie eine Grippe oder sogar ohne Symptome mehr oder weniger harmlos verlaufen, doch können Sie auch schwer erkranken. Je älter Sie sind und je mehr Riskofaktoren wie Diabetes, Herz-Kreislaufkrankheiten, eine chronische Atemwegserkrankung oder ein geschwächtes Immunsystem sie haben, desto schwerer können die Folgen für Sie sein. Unter Umständen müssen Sie in einem Spital aufgenommen und dort behandelt werden.

Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die weniger als 65 Jahre alt und gesund sind, sind deutlich weniger gefährdet, an der Infektionskrankheit zu sterben als ältere und Leute mit chronischen Vorerkrankungen; trotzdem müssen Sie aber bei grippalen Erkrankungen zuhause bleiben, den Arzt telefonisch beiziehen und sich zwecks weiterem Vorgehen von ihm beraten lassen. 

Schutz

Konsultieren Sie die Webseite des BAG.

Das wichtigste ist "social distancing". Dh, Sie sollten Menschenansammlungen meiden. Besser wäre es, diese Regel "physical distancing" zu nennen, da soziale Beziehungen unbedingt weiter gepflegt werden sollten - diese sind wichtig für die Gesundheit - , aber eben mit Einhaltung einer physischen Distanz.

Masken

Das Maskentragen wird vom BAG und auch von vielen andern Behörden international für die allgemeine Bevölkerung nicht empfohlen. Durch das Tragen von Masken schützen wir als Maskenträger nicht wissenschaftlich bewiesenermassen uns selbst (Jefferson T. et al), sondern, wenn wir Träger des Virus sind, unsere Mitmenschen. Etwas anders stellt sich das Maskentragen der Personen dar, die in Pflegeberufen oder als Aerzte arbeiten und die die physische Distanz von 2 Metern deswegen nicht (immer) einhalten können und über 15 Minuten mit den von ihnen Gepflegten reden müssen. Die Empfehlungen bezüglich Maskentragen des BAG für die Bevölkerung finden Sie hier. Bis heute - 31. März 2020 - sind zudem zu wenig Masken für die ganze Bevölkerung vorhanden. Die, die zur Verfügung stehen, müssen den Pflegenden und Aerzten zur Verfügung stehen. Aber: Hätten wir genügend Masken und trügen alle diese, würden die Unentdeckten unter uns, also die asymptomatischen Virusträger (Infizierte, die das nicht wissen) die gesunden Personen eher nicht anstecken können. Aber dann müsste es logischerweise eine allgemeine Maskentragpflicht geben und alle müssten instruiert sein, wie man mit Masken umgeht. Eine Aenderung der jetzigen Regelung in der Schweiz befürwortet indirekt auch ein angesehener Epidemiologe und die Virologin, Frau Prof. Dr. rer nat Alexandra Trkola, an der Universitaet Zürich in der Schweiz neben vielen asiatischen Wissenschaftern, die das sogar ausdrücklich fordern.

"Tagesgespräch um 1" vom 1.4.2020 von Radio DRS mit Alexandra Trkola

Und: Prof Christian Drostens zurückhaltende Meinung hier.

TRACING

Mithilfe von Apps auf unseren Smartphones könnten wir gewarnt werden, wenn wir einem Infizierten zu nahe gekommen sind und das in Echtzeit. Diese Technologie wurde schon in asiatischen Ländern (Singapur, Südkorea und China) eingesetzt. Sie soll helfen, die Epidemie schneller zu verfolgen und Infektionsketten aufzudecken, was dann dazu dienen kann, Massnahmen zur Eindämmung zu ergreifen. Der Smaortphonebesitzer wird gearnt. Er kann sich testen lassen auf das Virus Sars Cov 2, respektive eine Infektion durch Virus. Mitentwickelt wird eine solche App ua auch durch unsere ETH. Prof Christian Drostens Meinung dazu finden Sie hier. Er erwähnt auch eine Publikation in "Science" zu diesem Thema. Und in einem weiteren Podcast und einem Transskript desselben hier.

Empfehlungen von Schweizer Behörden

Die Empfehlungen der Gesundheitsfachleute und der Wissenschafter werden häufig ergänzt und wechseln auch zum Teil erheblich. Deshalb sollten Sie sich auf der Webseite des Bundesamtes für Gesundheit zum Thema Schutz vor dem Coronavirus regelmässig informieren oder sich telefonisch erkundigen, was sie gegen eine Ansteckung tun können.

Infoline Coronavirus: +41 58 463 00 00täglich 24 Stunden.

So schützen Sie sich. Hier ein Plakat mit den wichtigsten Anweisungen für den Schutz vor einer Ansteckung.

 

Epidemiologie


Die Epidemiologie, respektive die Dynamik der Ausbreitung der Erkrankung Sars Covid 19 schildert Tomas Pueyo in seinem Blog. Er weist drauf hin, wie wichtig es ist, den Anweisungen der Behörden zu folgen und sich an strikte hygienische Massnahmen und "social distancing" zu halten. Seine Publikation ist in English verfasst, ist aber auch übersetzt in verschiedene andere Sprachen: Die deutsche Uebersetzung finden Sie hier(DE), die französiche hier(FR), die italienische hier(IT), die spanische hier(ES), die englischsprachige hier(EN).

Offener Brief von Prof. Jacques Fellay et al.: Gedanken zur Dynamik der neuen Pandemie 

Testen Testen Testen, aber bitte auch die leichten Fälle und sogar jeden, der das wünscht! Wir sind reich in der Schweiz. Wir können uns das leisten. Was wir uns nicht leisten können sind Ausreden. Ein paper, publiziert in Science vom 16.3.2020 und ein weiteres vom 19.3.2020 von Salathé et al in "Swiss Medical Weekly", liefern unter anderen Publikationen den wissenschaftlichen Hintergrund dieser Forderung.

Die Ausbreitung von Sars Covid 19 in der Schweiz fast tagesaktuell führt Daniel Probst nach, auf einer sehr informativen Seite.

Die Ausbreitung auf der ganzen Welt finden Sie hier.

UK

Und falls Sie UK interessiert, klicken Sie auf diesen link.

Auch die Regierung von Boris Johnson in UK hat erkannt, dass der bisherige approach Erzeugung einer Herdenimmunitaet durch Nichtstun falsch ist. Dazu ein paper des Imperial College

In Italien im kleinen Dorf Vò Vecchio wurde von der Universitaet Padua eine Studie gemacht, die zeigte, wie bedeutsam das Testen ist. Einer der Forscher, Andrea Crisanti, der teilnahm an der Studie wurde vom "The Guardian" interviewt. Man konnte von den 3500 Einwohnern diejenigen herausfiltern, die positiv getestet worden waren und diese von der andern Bevölkerung isolieren. Man habe so die Infektionskette unterbrechen können.  Testen Testen Testen - das ist die Devise! Die erwähnte Studie, über die der "Guardian" geschrieben hat, ist nun publiziert

Serologische Tests zum Nachweis von Antikörpern

Am 20.3.2020 ist in einer preprint Version ein Manuskript eines Papers publiziert worden, das uns Aerzten und unseren Patienten weiter helfen könnte. Es scheint erfolgreich ein Antikörpernachweis für Sars Covid 19 entwickelt worden zu sein, der aber mit Antikörpern gegen andere Coronaviren kreuzreagieren kann und also auch falsch positiv sein kann. Der Test ist für die Massenanwendung noch nicht eingeführt. Im Podcast 29 (Gespräch mit Prof.Christian Drosten von der Charité in Berlin) des NDR erfahren Sie mehr zur Bedeutung von Antikörpertests bei durchgemachter Sars Covid 19 Infektion. Und den transskribierten Podcast lesen können Sie hier. Wichtig wird sein: Bedeutet ein echter Nachweis von solchen Antikörpern, respektive eine Serokonversion Immunität gegen das Sars Cov 2 Virus? Fragen Sie nach bei Ihrem Arzt, was der Test aussagt, wann er erhältlich ist und wer ihn machen sollte. Konsultieren Sie auch die Homepage des BAG.

Eine ausführlichere Erklärung zur Validierung von Antikörpertesten hat Prof Christian Drosten in einem Podcast des NDR am 14.4.2020 dargelegt. Ein Transskript des Podcasts finden Sie hier.

Die Bildung von Antikörpern ist nicht so häufig, wie man vermutet hat. Eher bilden die schwerer an Sars-Covid19 erkrankten Patienten Antikörper der IgG-Klasse als die leichter erkrankten. Auch die Frage der Immunitaet nach durchgemachter Erkrankung ist nach wie vor offen. In einer Arbeit einer Immunologengruppe der Universitaet Zürich unter der Leitung von Onur Boyman liegt noch nicht previewed als preprint vor. Sie finden Sie hier.

Impfung

Die grosse Hoffnung, die wir haben können, ist die auf eine wirksame Impfung. Das geht aber nicht so schnell. Wenn bei der Entwicklung, die intensiv in Arbeit ist und von vielen Forschern vorangetrieben wird, alles rund läuft, werden wir frühestens in einem bis eineinhalb Jahren eine solche Impfung erhalten. Dazu ein Gespräch mit Prof. Christian Drosten von der Charité in Berlin in Form eines Podcasts der Anstalt NDR. Den transskribierten Text finden Sie hier.

Licht am Ende des Tunnels?

Neulich hat eine chinesische Gruppe einen Impfstoff entwickelt aus abgetöteten Sars Cov 2-Viren und in Tierversuchen getestet. Rhesusaffen (Macaca mulatta), die geimpft worden waren mit dem neu entwickelten Impfstoff, haben  Antikörper gegen diverse strains von Sars Cov 2 Viren entwickelt, wurden dann mit einer exzessiven Virulast von Sars Cov 2 Viren infiziert und die Rhesusäffchen wurden nicht krank. Die Obduktion der Tiere zeigte keine Erkrankung der Lunge und aller anderen untersuchten Organe. Die Impfung dieser Primaten war also erfolgreich. Das macht uns Hoffnung in Zeiten dieser Pandemie. Dazu ein Podcast von Prof. Christian Drosten (Transskript der Sendung hier) und die preprint Publikation über diesen Impfstoff aus China. Bis der Impfstoff an Menschen breit angewendet werden darf, dürfte aber sicher noch ein gutes Jahr verstreichen.

Nach dem lockdown in der Schweiz

Ab 27. April 2020 dürfen die Coiffeure und Coiffeusen, Kosmetik- und Massagesalons, Spitäler, Aerzte, Physiotherapeut*innen wieder arbeiten, Gartenbedarf,Blumenläden und Baumärkte wieder öffnen und Beerdigungen im grösseren Kreis wieder stattfinden.

Am 11.5.2020 ist die obligatorische Schulpflicht wieder erlaubt, der komplette Detailhandel darf wieder öffnen, und ab 8. Juni 2020 öffnen Mittel-, Berufs- & Hochschulen, Museen, Zoos, und Bibliotheken und es gibt eine Lockerung des Versammlungsverbots.

In der New York Times steht am 8.5.2020 über die Lockerungen in Europa und Asien:

"Trial and error, with lives in the balance

The first wave of reopenings in Europe and Asia suggests that we may be entering a period of experimentation that could last a year or two — “experiments with whole societies serving as guinea pigs,” writes our Interpreter columnist.

Does being outdoors limit transmission? Lithuanian officials say it does, and they are closing streets to allow restaurants and bars to offer outdoor-only service. So are leaders in Sydney, Australia, which is allowing surfing and swimming but not socializing at beaches. Bangkok is reopening parks but forbidding most social activities.

Germany is letting older children go back to school, reasoning that they will better comply with rules on masks and distancing. Denmark is doing the opposite: permitting younger children to return in hopes that they are less at risk."

Hoffentlich geht das gut aus!

Wie weiter

Es gibt weltweit viele Vorschläge, wie die Corona-Krise in Zukunft zu bewältigen sein könnte. Zur Zeit herrscht Verwirrung vor. Die Politik wird sich eintscheiden müssen, ohne dass sie auf wirklich verlässliche Vorgaben zurückgreifen kann. Die Epidemiologen und die Virologen können den Politikern lediglich Wissen und Modelle zur Verfügung stellen ohne dass die Wissenschafter, die das auch zugeben, genug wissen.

Das Fraunhofer Institut, die Helmholtz Institut, die Leibniz Gemeinschaft und die Max Planck Gesellschaft haben sich zusammengetan und "Adaptive Strategien zur Eindämmung der COVID-19-Epidemie" publiziert. Die sind lesenswert für Politiker und für unsere Gesellschaft. Den Text finden Sie hier.

REPUBLIK.CH

Und nun noch etwas, was mir wichtig ist. Tiefgehende Recherchen zum Thema finden Sie in der Online-Zeitung Republik. Mit Erlaubnis der Redaktion publiziere ich zwei hervorragende Beiträge der letzten Tage. "Das Corona-Virus geht um...." und "Wie enden Epidemien?"

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